Erfahrungs - und Zuchtbericht von Hypancistrus zebra (L46)

Ausgewachsener Zebrawels
Seit einigen Jahren pflegen Brigitte und Ditmar Hoffmann Zebrawelse. Ettliche Zuchterfolge haben sich in dieser Zeit eingestellt.
Nur wenige Aquarianer haben es bislang auf die Reihe bekommen, diesen mittlerweile unbezahlbar gewordenen L-Wels nachzuzüchten.

Gute Hälterungsbedinungen sind hier eine wichtige Grundvoraussetzung um die Tiere auch zur Zucht zu bringen. Vor allem Ruhe brauchen die Tiere. Diese Zuchtbecken stellt man daher am sinnvollsten in einem seperatem Raum auf.

Die ersten Zebras die sich die Hoffmanns gekauft haben, hatten seinerzeit knapp 70 DM gekostet. Dieser Preis sank in den Jahren danach teils bis auf 20 DM in so manchem Geschäft. In den letzten 4 Jahren ist dieser Preis wieder enorm angestiegen da die Tiere fast ausgestorben sind und zu wenige nachgezüchtet werden. Preise von um die 200 EUR pro Tier sind derzeit der Durchschnitt.

Einige ihrer ersten Wildfänge bekamen nach einiger Zeit eine, zu Beginn der Krankheit, leichte Rosafärbung. Diese Verfärbung verstärkte sich in kurzer Zeit und sah dann stark rosafarben bis teilweise blutig unterlaufen aus. Ebenfalls war der sonst weiße Bauch der Tiere auch rot verfärbt. Der eine oder andere kann sich vielleicht noch, als der Import der Tiere erst kurz begonnen hatte, an derart "verfärbte" Zebrawelse in Händlerbecken erinnern. Viele Versuche mit speziell gemischten Medikamenten brachten keinen Erfolg. So mußten Hoffmanns den Verlust von 9 Tieren beklagen. Da man diese Krankheit damals nicht behandeln konnte und sie außerdem sehr ansteckend war, hatten sie die Welse beim geringsten Verdacht auf Erkrankungen aus dem Becken entfernt.

Man geht davon aus das eine innere bakterielle Infektion die Ursache für diese Symptome sein soll. Behandlungen mit Antibiotika können hier Abhilfe schaffen.
Vom Kauf solcher Tiere, selbst bei nur ganz schwachem Rosaschimmer kann iman nur warnen! Man wird nicht lange Freude daran haben. Zebrawelse sind Schwarz / Weiß!


Brigitte und Ditmar pflegen ihre Zebrawelse in einem Wasser mit ca. 12° GH, bzw. 7° KH und einem pH - Wert von etwa 7,5 . Der Temperaturbereich liegt zwischen 26°C und 28°C. Unsere Wasserbeschaffenheit hier im Siegerland kommt den Welsen, die aus sehr weichem Wasser stammen sehr entgegen. So entfällt beispielsweise eine Wasseraufbereitung durch Ionentauscher oder Osmoseanlage. Die Belastung des Wassers mit Stoffwechselprodukten sollte natürlich, durch regelmäßige Wasserwechsel, so gering wie möglich sein. Eine Pumpe mit Diffusor sorgt bei den Welsen für ausreichende Sauerstoffversorgung und Strömung. Darauf sollte man achten, da die Tiere dies von ihrem Heimatgewässer, dem Rio Xingu - ein südlicher Zufluß zum Amazonas, so gewohnt sind.

Des weiteren ist das Aquarium mit einigen Wurzelstücken und Schieferplatten als Versteckmöglichkeiten, Kies einigen Pflanzen und natürlich mehreren Höhlen zum Ablaichen ausgestattet. Beleuchtet wird mit 1 Röhre, die ich rd. 10 Stunden brennen lasse. Die Beleuchtung ist bei Welsen aber von untergeordneter Bedeutung. Bevorzugt wird allerdings Dämmerlicht.

Das erste Ablaichen der Zebrawelse haben sie eigentlich gar nicht mitbekommen! Erst als sie das Aquarium an einen anderen Platz stellen wollten und begannen es leerzuräumen, sahen sie einige etwa 2,5 mm große Laichkörner im Wasser schwimmen. Diese konnten nur von den Welsen stammen, da sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits alleine in dem Aquarium befanden. Da Hoffmanns in keiner Weise mit einem Ablaichen gerechnet hatte, konnten sie die Eier leider nicht retten und evtl. künstlich zum Schlupf bringen. Auch die Tatsache, daß einige Eier evtl. schon hätten beschädigt sein können, so daß nur noch verkrüppelte Nachzuchten dabei herausgekommen wären, veranlaßten sie diesen Versuch gar nicht erst zu wagen. Man hätte sich schwarz ärgern können!

Mit einiger Erfahrung und Kenntnis der eigenen Tiere lassen sich die Geschlechter unterscheiden. Allerdings auch nur bei ausgewachsenen Welsen. Ebenfalls spielt die Geschlechtsreife und das entsprechende Verhalten auch eine Rolle bei der Unterscheidung.

Die Welse laichen in der Natur während der Regenzeit ab. D. h., bei uns etwa im Herbst oder Winter.

Nachdem die Welse ihr neues Becken bezogen hatten, versuchte Ditmar natürlich die Wasserbedingungen wie vorher zu erreichen, um ein erneutes Laichen anzuregen. Aber offensichtlich war die natürliche Laichzeit vorbei, so daß erneut ein Jahr gewartet werden mußte, bis die Tiere wieder in Ablaichstimmung kommen. Im Nachhinein hat sich aber auch herausgestellt, daß die Welse äußerst sensibel auf jede Änderung oder jedes Hantieren im Aquarium reagieren. Das hat ebenfalls ein Einstellen der Laichvorbereitungen zu bedeuten. Die erwähnte "Wartezeit" hatten Hoffmanns selbstverständlich genutzt, um die "Zebras" durch gutes Futter, wie beispielsweise Cyclops, Bosmiden, Mückenlarven, FD - Tabletten, und beste Wasserverhältnisse gesund zu erhalten.

Übrigens sind Zebrawelse keine Algenfresser. Angebotenes Grünfutter, wie Gurken usw. wurde nicht gefressen! Dies ist vielleicht auch ein Fehler den unerfahrene Aquarianer häufig machen - eben nur Grünfutter geben - und nicht merken, daß die Welse schlicht gesagt verhungern!

Irgendwann stellte sich dann auch das erste Gelege von ca. 10 Eiern ein. Geschlüpft sind gerade einmal 7 kleine Welse, die dann mühsam aus dem Elternbecken entfernt wurden, um sie in einem seperaten Becken aufzuziehen, wo sie vor den Nachstellungen der ausgewachsenen Tiere sicher waren.
Die Jungwelse bekamen eine abwechlungsreiche Futterpalette angeboten, wie z. B. Artemia, Bosmiden, Flockenfutter usw. Außerdem folgte in dem Aufzuchtbecken nach wie vor ein täglich 50%-iger Wasserwechsel.

Leider laichen die Welse derart versteckt ab, daß ich eigentlich nur an umherschwimmenden leeren Eihüllen gemerkt habe, daß erneut Jungfische im Becken sein müssen. Als Eltern hatte Ditmar nach wie vor ein sehr stattliches Männchen und ein kräftiges Weibchen im "Verdacht". Er glaube aber, daß die anderen Welse im Becken ebenfalls laichen. Es waren wiederum "nur" 10 Tiere. Offenbar sind die Gelege nicht größer als 10 bis 15 Eier. Dies ist eigentlich auch logisch, wenn man sich die Größe der Eier, von rund 2,5 mm, im Verhältnis zu den Weibchen mit ca. 8 bis 10 cm Gesamtlänge betrachtet.
Bis heute haben die Hoffmanns sehr viele Gelege erfolgreich aufgezogen.

Diesen Bericht haben wir als Erinnerung an unsere verstorbene Freundin Brigitte von unserer alten Homepage 1:1 übernommen.

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