Fadenalgen im Gartenteich – Ursachen und Lösungswege
Bereits seit einigen Jahren kann man von einem zunehmenden Algenproblem bei Koi- und Gartenteichen sprechen. Dies hat sicherlich mehrere Gründe. In diesem Bericht möchten wir einmal sehr ausführlich auf diese Problematik eingehen.
Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass Algen die ältesten Pflanzen auf der Erde sind. Sie haben sich über Millionen von Jahren immer wieder an Umweltveränderungen angepasst und dadurch bis heute überlebt. Es gibt sicherlich tausende Arten von ihnen, so dass man auch im Teich sicherlich nicht einheitlich von den gleichen Algen sprechen kann. Die Begriffe Faden- und Schwebealge sind nicht unbedingt richtig, da diese nur allgemein für eine riesige Gruppe an Algenarten stehen.
Bedingt durch die breite Artenvielfalt gibt es auch keinen einheitlichen Lösungsweg um ein im Teich befindliches Algenproblem zu lösen. Was bei einem Teich hilft, kann bei einem anderen wiederum nichts bewirken. Dies beobachten wir bereits seit einigen Jahren. Früher gab es sogenannte „Wundermittel“ die nach dem Motto „Kipp rein und alles wird gut“ funktioniert haben. Hierbei hat es sich jedoch um gefährliche, chemische Keulen gehandelt, deren Wirkstoffe mittlerweile vom Gesetzgeber verboten worden sind. Die Algen starben davon in der Regel stets alle ab, so dass man ein zufriedenstellendes Ergebnis hatte, jedoch war diese Methode äußerst gefährlich.
Diese früheren Algenmittel lösten nicht das Problem, sondern nur die Symptome, den Algenwuchs. Bereits leichte Überdosierungen oder instabile Wasserwerte führten binnen weniger Minuten zum Tod der Fische. Hier kann man aus heutiger Sicht sagen, dass es im Sinne der Fische und auch der Umwelt gut ist, dass diese Stoffe nicht mehr verwendet werden dürfen.
Fast alle heute erhältlichen Algenmittel lassen von der Wirkungsweise zu wünschen übrig. Dies hat aus unserer Sicht zwei Ursachen: Zum einen hat man hier zu wenig Forschung betrieben und noch keinen wirksamen, umweltverträglichen Wirkstoff gefunden. Ein weiterer Grund wird sein, dass viele Hersteller versuchen andere zu kopieren. Von den bislang im Handel erhältlichen Produkten haben wir die besten Erfahrungen mit der Firma Söll gemacht. Diese verfügt über ein enormes Forschungspotential und entwickelt stets weiter, so dass jedes Problem irgendwann gelöst wird.
Nun aber noch einmal zurück zu den Ursachen für Algenwuchs im Teich.
Algen benötigen in erster Linie Phosphat. Phosphat gelangt durch folgende Wege in den Teich:
Futter. Phosphat ist im Fischfutter als Bindemittel enthalten. Vor allem minderwertige Sticks und No-Name-Futter ist sehr stark phosphathaltig. In hochwertigem Koifutter (beispielsweise von Sera, Tetra und Söll) ist dies in wesentlich geringeren Mengen enthalten.
Teicherde. Verwendet man zur Bepflanzung handelsübliche Teicherde, so hat man ein dauerhaftes Phosphatproblem. Da Teicherde vorgedüngt ist, wirkt diese sehr lange und wird ein großes Algenproblem auslösen. Wir bieten hier speziellen Quarzkies zur Bepflanzung an. Dieser ist frei von Phosphat.
Gartenerde. Gartenerde ist auch reich an Phosphaten und Stickstoffen und daher ungeeignet zur Bepflanzung.
Laub. Blätter von Bäumen und Sträuchern setzen im Wasser sehr viel Phosphat frei und lösen Fäulnisprozesse aus. Daher immer darauf achten, das Laub aus dem Teich zu entfernen.
Absterbende Wasserpflanzen. Im Herbst sollten die abgestorbenen Pflanzen und Seerosen zurück geschnitten werden. Dieses tote, pflanzliche Material würde ansonsten über den Winter verrotten und Nährstoffe abgeben.
Pollen und Blütenstaub. Sind im Umfeld viele Blumenbeete oder auch stark Pollen abwerfende Bäume wie z.B. Birken, hat man auch viel Phosphat im Teich. Pollen bestehen zu einem großen Teil aus Phosphat.
Regen. Durch länger anhaltenden Regen gelangen sämtliche Nährstoffe aus dem Teichumfeld ins Wasser. Der Regen spült Stoffe aus dem Rasen, Blumenbeeten, Rindenmulch und gar Blumenkübeln aus. Dies sind in erster Linie Düngerückstände (Rasen-, Blumen-, Baumdünger), aber auch Stickstoffe bis hin zu Dreck aus Blumenbeeten. Gelangen diese in den Teich, wachsen die Algen wie die Pest! Ein Teich muss so gebaut sein, dass kein Wasser aus dem Umfeld in diesen herein laufen kann. Die meisten Teiche sind leider falsch gebaut. Ohne eine sogenannte Kapillarsperre wird man ein dauerhaftes Algenproblem haben.
Bestehende Teiche kann man mit relativ leichtem Aufwand gegen seitlich einlaufendes Wasser schützen. Gräbt man um den kompletten Teich ein dickes Drainagerohr ein, wird das meiste Wasser abgeleitet und das Algenproblem im Teich reduziert sich erheblich.
Steine. Verwenden Sie beim Teichbau nicht irgendwelche Steine. Erkundigen Sie sich bitte vorher. Es gibt Gesteinsarten, die durchaus Phosphat abgeben können.
Absterbende Algen. Nach der Anwendung von z.B. Söll Fadenalgenvernichter, sterben die Algen ab und geben die gespeicherten Nährstoffe wie auch Phosphat wieder an das Teichwasser ab.
Phosphat lässt sich mit handelsüblichen Tests nur schwierig bestimmen, da diese als niedrigsten Wert 0,1 mg/L anzeigen. Algen benötigen jedoch weitaus weniger Phosphat um super wachsen zu können. Hier kann man eigentlich schon auf den Test verzichten. Sind Algen im Teich, existiert auch ein Überschuss an Phosphat! Die regelmäßige Anwendung von Söll Phoslock bindet dieses Phosphat, so dass Algen deutlich schlechter wachsen können. Dies ist die effektivste Form der Algenprophylaxe. Dies setzt jedoch nach Möglichkeit die Abgrenzung von Teich zum Umfeld voraus. Werden Nährstoffe über die Wiese oder Garten eingespült, erhöht sich die Notwendigkeit der Phoslock-Zugabe enorm.
Die oben aufgeführten Ursachen für Fadenalgenwuchs sollten unbedingt ernst genommen werden. Insbesondere die richtige Auswahl des Futters steuert ein Algenproblem. Am Futter gespart – von Algen geplagt!!! Verwenden Sie möglichst hochwertiges Futter. Sie sparen so über das Jahr erheblich an Pflegemitteln ein. Billiges Teichfutter ist für das Portemonaie die teuerste Wahl.
Bei Fish and More steht die Ursachenforschung immer an erster Stelle. Nur so kann dauerhaft ein Algenproblem erkannt und effektiv bekämpft werden. Dies verlangt jedoch bei jedem Teich eine individuelle Lösung, die manchmal auch lange braucht – dann aber auch funktioniert. Sprechen Sie uns hier an und wir helfen Ihnen hier gerne weiter.
Hier noch ein paar weitere Tipps die zwar die Ursache nicht lösen, aber die Symptome (Algen-wuchs) mindern:
UVC. Die meisten Gartenteiche verfügen über eine starke UVC-Leistung. Die Firma Söll hat hier Studien betrieben, die gezeigt haben, dass sich bei einer teilweisen Abschaltung der Algenwuchs um bis zu 50 % reduziert. Schaltet man tagsüber das UVC-Gerät aus, wirkt sich dies sehr positiv aus. Hier gilt es aber zu beobachten, ob dies nicht zu Lasten eines Auftretens von Schwebealgen geht. Dies muss man aber über einen längeren Zeitraum austesten´.
Sonne. Die Sonne gilt als Antriebsmotor für jede Pflanze – so auch für die Alge. Wird ein Teich zumindest Teilweise beschattet, reduziert sich auch der Algenwuchs.
Folgende Maßnahmen haben sich als uneffektiv, bzw. gefährlich heraus gestellt:
Kochsalz. In der Koiszene gibt es eine Zahl von uneinsichtigen Leuten, die aus dem eigenen Teich ein Salzwasser-Biotop machen. Das Salz bekämpft teils effektiv die Fadenalgen, schädigt aber dauerhaft die Fische. Hierzu mehr in unserer Rubrik „Pleiten, Pech und Pannen“. Finger weg vom Kochsalz!
Graskarpfen. Diese Karpfen fressen zwar gerne Algen, vernichten aber auch jegliche Pflanzenarten innerhalb des Wassers. Selbst Seerosen und Rohrkolben werden gnadenlos durchgebissen. Setzt man einmal einen Graskarpfen in einen Koiteich, so machen die Kois den Graskarpfen das Pflanzenfressen nach. Ab dann wird man nie wieder Spass an seinen Teichpflanzen haben.
Nasen und Rotfedern. Diese Fische werden gerne als Algenfresser verkauft. Dies hat sich als Unsinn erwiesen, da sobald im Teich gefüttert wird, diese nicht an Algen gehen. Es gibt für den Teich einfach keinen Fisch wie man es vom Aquarium kennt, der dauerhaft und effektiv Algen frisst.
I-Tronic. Dieses Gerät arbeitet mit einer Kupfer-Elektrode, die durch eine elektronische Steuerung permanent eine gewünschte Menge Kupfer ans Wasser abgibt. Die Algen werden hiervon zwar wunderbar abgetötet, jedoch auch fast alles weitere Leben im Teich. Fische die über eine längere Zeit in einem Teich mit Kupfer konfrontiert werden, erkranken definitiv irgendwann. Die Tatsache das Kupfer als Wirkstoff in früheren Algenmitteln verboten wurde, spricht ja eigentlich für sich. Der Einsatz eines I-Tronic ist in unseren Augen sehr uneinsichtig.
Wir empfehlen folgende Vorgehensweise bei Algenproblemen:
1. Standortcheck – Gibt es im Teichumfeld Probleme?
2. Futter und Pflege – Was wird bislang verwendet?
3. Wasseranalyse – Bei uns im Markt prüfen und archivieren wir die Parameter.
4. Empfehlung – Nachdem die ersten 3 Punkte abgearbeitet sind, erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan.
Ist im Umfeld des Teiches und bei der Wahl der Futter- und Pflegemittel alles soweit in Ordnung, gilt in den meisten Fällen diese Vorgehensweise:
Diese Mineralien werden auch von den Fischen, Filterbakterien und auch den Wasserpflanzen in großen Mengen zum Überleben benötigt.
Tag 2) Algen bekämpfen – Einfach Söll Fadenalgenvernichter auf die mit Algen befallenen Stellen streuen. Innerhalb eines Zeitraumes von 30 Minuten lösen sich die meisten Algen vom Untergrund und schwimmen dann nach oben. Diese müssen dann abgekeschert werden. Bei Bedarf kann der Fadenalgenvernichter auch großzügig überdosiert werden. Der Wirkstoff setzt nur Sauerstoff frei, wodurch die Zellen der Algen platzen. Für Fische ist dies unbedenklich.
Tag 3) Phosphat binden – Die abgestorbenen Algen setzen Phosphat frei. Mit Söll Phoslock müssen diese Nährstoffe gebunden werden, da ansonsten zu schnell neue Algen auftreten. Sind sehr viele Algen abgestorben, empfiehlt es sich nach 3 Tagen ein zweites Mal Phoslock anzuwenden.
Wie auf diesem Bild zu sehen ist, befinden sich immer noch Reste der Algen auf den Steinen. Hier ist ggf. eine erneute Anwendung des Faden-algenvernichters angebracht.
Hier noch einmal die drei benötigten Produkte. Statt TeichFit können Sie natürlich auch KoiStabil verwenden.
In den letzten beiden Jahren traten vereinzelt Fälle auf, wo diese Anwendung nicht oder nur noch eingeschränkt funktioniert hat. Vermutlich liegt es daran, dass sich die Algen als sehr anpassungsfähige Pflanze, mittlerweile gegen den Fadenalgenvernichter zu schützen weiss. Bei einer neuen, hartnäckigen Schwebealgenart, der sogenannten Haematococcus ( Hier der Beitrag http://www.fishandmore.de/45/articles/237.html), wurde dies mittlerweise sogar wissenschaftlich nachgewiesen.
Wir haben hier mittlerweile in Zusammenarbeit mit der Firma Söll ausgiebig Erfahrungen gesammelt um neue Wege zu finden, diese anpassungsfähigen Algenstämme zu bekämpfen.
Einen ersten Erfolg konnten wir im Oktober 2010 verzeichnen.
Wir konnten ein neues, noch nicht erhältliches Ergänzungsprodukt testen. In den meisten Fällen werden fortan die resistenten Fadenalgen vertrieben.
Sprechen Sie uns unbedingt an – ab 2011 dürften die Algenprobleme stark zurück gehen.


