Die Ernährung von Kois und Goldfischen

Über die Fütterung der Koi und seine Ernährung gibt es viele Meinungsunterschiede. Diese Unterschiede sind entstanden, weil man selbst mit diesen Themen bestimmte Erfahrungen gemacht hat. Oft sind aber die Grundkenntnisse von der Anatomie und Physiologie der Nahrungsaufnahme des Koi ungenügend.
Viele Händler sagen, dass man unter 10°C nicht mehr füttern sollte. Die Enzyme, die der Fisch für die Verdauung braucht, funktionieren aber immer noch unter dieser Temperatur, nur die Geschwindigkeit der Verdauung ist abhängig von der Körpertemperatur. Ein Fisch ist kaltblütig, seine Körpertemperatur wird also auch niedriger, wenn die Außentemperatur niedriger wird. Demzufolge wird der Stoffwechsel auch langsamer, ebenso die Verdauung. Wenn das Futter jetzt aber viel tierische Produkte enthält, die schwerverdaulich sind, dann ist es logisch, wenn der Fisch bei niedrigen Temperaturen Probleme mit diesem Futter bekommt, denn die Aufnahme der Nährstoffe in der Darmwand passiert nicht schnell genug. Die Bakterien im Darm werden dann diese Produkte zum faulen bringen. Wenn man jetzt aber ein leichtverdauliches Futter benutzt, gibt es diese Probleme nicht.
Das Problem kann noch größer werden, wenn der Fisch im Winter hungern muß und doch Energie verbraucht. Wir lehren unsere Koi oft, aus der Hand zu fressen, und in dem Moment, wo die Fische ein Mitglied der Familie sehen, kommen sie sofort zu dieser Person. Mann sollte dann auch nicht in die Nähe des Teiches kommen, wenn man nicht füttert. Leider machen viele Koibesitzer den Fehler, nicht zu füttern und doch in die Nähe des Teiches zu kommen. Die Fische denken dann, dass sie etwas zu fressen bekommen und verbrauchen dann Energie.
Dann kommt noch das Problem mit dem sterilen Koiteich. In der Natur fressen Karpfen im Winter auch, damit sie genügend Vitamine und Mineralien zu sich nehmen. Die Zeit des Fressens ist zwar kürzer und die Ernährung ist leicht verdaulicher, aber sie fressen dann oft Pflanzen oder Algen. Wir wollen aber keine Pflanzen und Algen in unserem Teich, also können die Fische nicht genügend Vitamine und Mineralien bekommen, wenn man nicht füttert. Das wäre also noch ein Grund, zu füttern.

Video: Tetra Koi Excellence Futter

Was benötigten Koi und Goldfisch als Ernährungsbestandteile?

1. Kohlenhydrate:

Das sind Zucker die durch den Körper schnell und einfach aufgenommen und verdaut werden. Die Kohlenhydrate werden in den Zellen als schnelle Energiequellen genutzt. Die Blutzellen können sich zum Beispiel nur mit dieser Energiequelle ernähren. Wenn die Kohlenhydrate nicht genutzt werden, können sie als Glycogen in der Leber oder den Muskeln gespeichert werden. Einge Beispiele von Quellen: Zucker und Getreidekörner.

2. Eiweiße:

Eiweiße sind die Bausteine des Körpers. Wir kennen pflanzliche und tierische Eiweiße. Beim Verarbeiten der Eiweiße durch den Körper wird Ammoniak freigesetzt. Die Eiweiße im Körper sorgen für einige wichtige Körperfunktionen. Einige Beispiele pflanzlicher Eiweiße sind: Getreidekörner und Fasern von Pflanzen. Einige Beispiele tierischer Eiweiße sind: Fischmehl und Abfälle aus der Fleischindustrie.

3. Fette:

Fette kennen wir von sowohl pflanzlicher als auch von tierischer Herkunft. Die pflanzlichen Fette sind nicht nur viel einfacher zu verdauen, sondern auch viel gesünder als tierische Fette. Fette im Körper haben die gleiche Aufgabe wie Kohlenhydrate. Auch sie liefern Energie. Die Verbrennung ist langsamer, aber der Wirkungsgrad ist viel höher. Ist das Verhältnis zwischen Fett und Kohlenhydrat nicht so, wie es sein soll, kann die Krankheit "Leberverfettung" auftreten. Folge dieser Krankheit ist, dass die Leber ihre Wirkung verliert. Beispiele pflanzlicher Fette sind: Maisöl, Sojaöl, Olivenöl und Margarine. Tierische Fette sind z.B.: Butter und Fischöl.

4. Vitamine:

Vitamine sind anorganische Bestandteile, die lebenswichtig sind. Fische sind nicht in der Lage, diese Bestandteile vollständig selbst herzustellen und müssen diese also immer mit dem Futter aufnehmen. Wir kennen fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) und nicht fettlösliche Vitamine (B, C, F, H).
Die Funktion der Vitamine ist wie folgt:

Vitamin A: Hilft beim Wahrnehmen von Bildern (Augen), Bildung des Geschlechtshormons und schützt die Haut.

Vitamin B: Hilft beim Abbau von Kohlenhydraten, hat Einfluß auf die Schilddrüse und hilft beim Funktionieren des Nervensystems.

Vitamin C: Hilft bei der Pufferung, schützt gegen den Abbau anderer Vitamine, sorgt für die Stabilität der Blutgefäße und Zellmembranen.

Vitamin D: Hilft beim Stoffwechsel von Kalzium und Phosphat (Knochenbildung)

Vitamin E: Ist ein Anti-Oxidant und verhindert, dass eine Kettenreaktion in der Zelle entsteht, die diese zerstört.

Vitamin F: Hilft beim Metabolismus von Fetten.

Vitamin H: Hilft den Enzymen beim CO²-Stoffwechsel.

Vitamin K: Hat eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung.

5. Mineralien:

Mineralien spielen eine wichtige Rolle u.a. bei Zahn- und Knochenbildung, dem Atmen und dem Produzieren von Hämoglobin und dem allgemeinen Stoffwechsel. Die wichtigsten Stoffe sind: Kalzium, Phosphat, Magnesium, Fluor, Eisen, Kupfer und Natrium.

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