Anleitung zum Bau eines Folienteiches

Zunächst sucht man den geeigneten Standort aus

Wir möchten Ihnen einmal sehr ausführlich zeigen, wie Sie einen optimalen Gartenteich bauen und unnötige, teure Fehler vermeiden. Zum Vergrößern einfach die Bilder anklicken.
Leider gibt es selbst in der Fachliteratur teils haaresträubende Falsch-Beispiele und auch die Aussagen einiger "Experten" geht hier sehr weit auseinander. Bedingt durch unsere langjährige Erfahrung auf dem Gebiet Gartenteich, sind Sie hier gut beraten, wenn Sie nachfolgende Bauanleitung als grobe Richtung einhalten.
Gerne geben wir Ihnen auch bei uns im Markt weitere Tipps. Hierfür sollten Sie das Grundstück von einigen Seiten fotografieren und dann die Bilder oder die Digitalkamera mitbringen.

Der Teichrand muss später möglichst in der Waage sein.

Der optimale Standort für einen Garten- oder Koiteich liegt im Halbschatten, da starke Sonneneinstrahlung später unnötig Algenprobleme auslösen kann. Teiche die möglichst dicht am Haus gelegen sind, erlangen dadurch im Winter noch einen gewissen Schutz. Achten Sie auch darauf möglichst weit von Bäumen und Bambus  entfernt zu sein, da die Teichfolie evtl. durch die Wurzeln beschädigt. Zudem würde ständig Laub in den Teich fliegen, welches nicht nur die Optik zerstört, sondern auch die Wasserqualität negativ beeinflusst.
Haben Sie den optimalen Standort gefunden, müssen Sie zunächst einmal prüfen ob das Gelände Gefälle hat oder einigermaßen grade ist. Falls man an einer Ecke einen Überlauf plant, ist es sinnvoll dort eine leichte Vertiefung zu planen, wo überschüssiges Wasser abfliessen kann.

Jetzt markiert man die Umrisse des Teiches. Hierfür ist Sand, Sägemehl oder auch Mehr geeignet. Die Grasnarbe wird mit einem Spaten heraus gestochen. Diese sollte man getrennt vom späteren Erdaushub lagern, da diese meist quadratigen Grasplatten sehr gut geeignet sind um z.B. Hügel, Hänge oder Bachläufe zu befestigen.

Ist die Grasnarbe erst einmal weg, setzt man je nach Größe des Teiches 3 oder mehr Pflöcke am Rand und verbindet diese mit einer Schnur. So lässt sich mit Hilfe einer Wasserwaage ein etwaiges Gefälle ermitteln und ggf. korrigieren. Fällt das Gelände beispielsweils an einer Seite ab, lässt sich mit Hilfe der ausgestochenen Grasplatten ein stabiler Rand bauen und erhöhen. Wichtig: Wünscht man sich an diesem Rand später kein Gras, müssen die Grasplatten verkehrt rum aufeinander geschichtet werden und später entsprechend abgedeckt werden.

Nachdem Sie das Gefälle ermittelt und ggf. korrigiert haben, kennzeichnen Sie bitte die einzelnen Tiefenzonen. Jede Zone sollte mindestens 40 cm breit sein, um später Pflanzkörbe oder auch Steine vernünftig platzieren zu können.
Hier muss man jedoch zwischen 2 Teichtypen unterscheiden: Bei einem Koiteich muss die erste Zone mindestens 60 cm tief sein, damit Fischreiher sich nicht ins Flachwasser stellen können. Bei einem normalen Gartenteich ist eine Tiefe von 10-30 cm optimal, da man so eine größere Auswahl an Pflanzen verwenden kann.
Die tiefste Zone muss bei normalen Teichfischen mindestens 1 Meter sein und bei Kois möglichst 1,5 Meter und mehr. So können die Tiere sicher überwintern.
Graben Sie nun die gekennzeichneten Umrisse entsprechend aus. Die Tiefenzonen bitte möglichst flach anlegen und zu steiles Gefälle bei weichem Untergrund vermeiden. Sofern noch Baumwurzeln vorhanden sind, müssen diese abgetrennt werden. Nachdem die einzelnen Etagen fertig sind, legen sie von der langen und von der schmalen Seite eine Schnur durch den Teich. Diese muss komplett anliegen. Nehmen Sie dann die jeweilige Läge und rechnen pro Seite 1 Meter dazu. So ermittelt man die benötigten Teichfolienmaße.
Beispiel: Auf der langen Seite messen Sie 7,5 Meter und auf der schmalen Seite 4,2 Meter. Das benötigte Folienmaß lautet dann 9,5 Meter (7,5+1+1) x 6,2 Meter (4,2+1+1). Tipp: Teichfolien haben immer feste Rollenbreiten. Fragen Sie uns hier einfach. So lässt sich unnötiger Abschnitt vermeiden.

Nun gehts an die sogenannte Kapillarsperre. Ein Teich muss so angelegt sein, dass Wasser- und Rasenbereich strikt voneinander getrennt sind. Ansonsten würde der angrenzende Rasen sehr schnell in den Teich wachsen und permanent Wasser heraus ziehen. Der Wasserverlust wäre enorm. Hier spricht man von einer Kapillarwirkung (Saugwirkung). Wir erklären hier nun anhand von drei Beispielen wie eine Kapillarsperre gebaut werden kann:
Möglichkeit 1) Im Abstand von 30-40 cm schlagen Sie Holzplöcke in den Boden wie auf den ersten beiden Bildern zu sehen ist. Ein biegsames Kunststoffrohr, z.B. Wasserleitung, wird dann mit Nägeln oder Schrauben von oben drauf befestigt.
Möglichkeit 2) Auch hier werden Pflöcke eingeschlagen und dann innenseitig mit biegsamen Sperrholz oder Kunststoff versehen.
Möglichkeit 3) Eine aus möglichst glatten, gleichmäßigen Steinen gesetzte Reihe. Ist der Untergrund sehr weich, müssen diese in Zement gesetzt werden.
Möglichkeit 4) Aus Erde modellierter, fester Wall.

Am effektivsten ist die Variante 3), da Holz im Laufe der Jahre verfault und der Wall (Kapillarsperre) einbricht. Die 4. Lösung ist auch nicht besonders gut, da Erde mit der Zeit zusammen sackt.

Am aktuellen Beispiel dient ein Teil des Erdaushubes zur modellierung eines Bachlaufes. Der Rand wird durch stabile Bruchsteine verstärkt. Nach Abschluss aller Buddelarbeiten wird das Schutzvlies eingebracht. Dies schützt vor spitzen Steinen und eindringendem Wurzelwerk. Achten Sie darauf das es überall anliegt. Mit doppelsitigem Klebeband lässt sich dies gut miteinander fixieren. Die Ränder schneiden Sie erst später ab! Bei extrem Steinigem Untergrund empfiehlt es sich vorher eine 5 cm dicke Schicht feinkörnigem Sand einzubringen.

Bei der Wahl der Teichfolie sollte man nicht am falschen Ende sparen, das kann später sehr ärgerlich und teuer werden. Wir empfehlen hier auf jeden Fall EPDM-Folie (z.B. Oase Kautschukfolie OASEfol). Lassen Sie sich hier einfach von uns beraten.
Jetzt kommt endlich die Teichfolie in die Grube. Achten Sie beim Einbringen der Folie darauf, dass das Schutzvlies nicht wegrutscht. Ausserdem bitte kein Schuhwerk, sondern barfuß auf der Folie laufen. Um ein möglichst schönes Gesamtbild zu erwirken, werden die Falten möglichst glatt übereinander gelegt. Bei EPDM-Folien geht dies sehr leicht - bei PVC Folien ist dies nur schwierig machbar. Damit die Falten schön aufeinander liegen bleiben, können diese mit Oase Unifix Spezialkleber (silikonähnlich) oder dem Oase Folienklebeband Fixofol, fixiert werden.
Für die angrenzende Gestaltung eines Bachlaufes kann es je nach geplanter Größe erforderlich sein, dass die Folie angeklebt werden muss. Hier ist unbedingte Sorgfalt nötig. Die Klebestellen müssen trocken, staub- und fettfrei sein. Bei früheren Klebern kam es oft zu undichtigkeiten. Benutzen Sie zum Ankleben möglichst den Unifix Spezialkleber. Die Klebenaht muss dann durchgängig möglichst einen Tag beschwert werden.

Ist die Folie erst verlegt und alle Falten möglichst kaschiert, kann man in den Randbereichen oder bei einem Bachlauf anschließend eine Steinfolie einbringen. Diese sieht nicht nur sehr gut aus sondern stellt auch noch einen Schutz für die darunter liegende Teichfolie dar.

Wir kommen nun zurück zur Kapillarsperre: Zuvor wurde um den eigentlichen Teichaushub ein schmaler Graben gezogen, der durch eine Erhöhung von dem späteren Teich getrennt ist. Auch hier wird das Schutzvlies uber die Sperre gelegt. Die Teichfolie kommt dann über den Rand drüber bis an die Rasenkante. Der Schmale Graben wird dann z.B. mit Kies aufgefüllt. Verwendet man hier z.B. feineren Kies, lassen sich darin noch sehr gut Pflanzen unterbringen. In erster Linie dient dieser Rand jedoch als sauberer Abschluss zwischen Wasser- und Landteil beim Gartenteich. Achten Sie möglichst darauf, dass Pflanzen aus angrenzendem Steingarten oder Rasen welche über die Kapillarsperre hinaus in den Teich ragen, permanent Wasser ziehen. Dies kann an Sommertagen einen zusätzlichen täglichen Wasserstandsverlust von mehreren Zentimetern bewirken.

Nutzen Sie die Gestaltungsphase auch um notwendige Technik zu verstecken! Die teils großen Falten der Teichfolie bieten oft Platz für Schläuche und Stromkabel. Diese drücken Sie einfach möglichst weit ins Innere der Falten. Einzelne größere Steine können anschließend zum Beschweren darauf gelegt werden. Auch die Pumpen können teilweise von Steinen eingebettet werden. Achten Sie nur darauf, dass Pumpen zugänglich bleiben müssen. Eine Filter- oder Bachlaufpumpe sollte niemals an der tiefsten Stelle liegen, da bei einer Störung der Teich komplett leer gepumpt würde.

Als nächstes beginnen wir mit der Bepflanzung im Teich. Hier fängt man möglichst mit der tiefsten Zone an. Seerosen und Unterwasserpflanzen werden in Kunststoffkörbe mit Granulat oder Kies gesetzt. Achtung! Keine Teicherde verwenden. Diese löst oft starken Algenwuchs aus und wird gerne von den Fischen heraus gewühlt. Aus eigener Erfahrung sind auch diverse Lehm- oder Sandmischungen eher abzuraten. Der Wasserstand kann dann Schritt für Schritt angehoben werden. Der obere Randbereich lässt sich gut mit Pflanztaschen bestücken. Diese gibts auch von Oase und sind bei uns erhältlich. Zur Fixierung werden diese am besten mit dicken Steinen beschwert. So lassen sich auch steilere Stellen gut begrünen.

Damit der Teich künftig auch biologisch funktioniert und vor allem das Wasser klar bleibt, ist es notwendig bei jedem Teich - egal wie groß, eine Filteranlage zu installieren! Fehlt diese, verdreckt der Teich relativ schnell und das Wasser färbt sich dunkelgrün (Schwebealgen). Wir bieten hier für jeden Teich passende Systeme von Oase an und stellen Ihnen gerne das Passende zusammen.
Bei diesem Teich, wurde ein Oase Filtoclear Druckfilter ausgewählt. Dieser hat ein integriertes UVC-Gerät und kann fast komplett ausserhalb des Teiches eingegraben werden. Zum Verstecken gibt es auch sehr schöne Abdeckfelsen, so dass der Filter fast nicht mehr zu sehen ist. Das Wasser wird durch den Filtoclear-Druckfilter gepumpt und kann sogar noch weiter bergauf geleitet werden. Hier wird das Wasser vom Filterrücklauf zum Betreiben des kleinen Bachlaufes genutzt.

Zurück zur Gestaltung. Die oberen Bereiche im Teich werden nun mit Steinen, Böschungsmatte und Kies versehen. In die Flache Randzone werden die Sumpfpflanzen gesetzt. Dies kann man je nach Geschmack in Pflanzkörbe machen die dann im Kies eingebettet sind, oder die Pflanzen direkt in den Kies setzen. In Körben lassen sich diese jedoch besser kontrollieren.
Im Randbereich und auch beim Bachlauf machen sich große Bruchsteine ganz gut. Achten Sie bei der Auswahl der Steine darauf, dass diese nicht kalkhaltig sind. Bei Kies und Findlingen stets Quarz verwenden!!!

Wir bieten Ihnen hier einige Oase Beleuchtungssysteme an...

Setzen Sie mit ein wenig Beleuchtung Akzente in Ihrem Teich oder auch Garten. Mit den zahlreichen Unterwasser- und Gartenleuchten von Oase verzaubern Sie schnell Ihre Gartenoase. Von LED bis unterschiedlichen Halogenstrahlern gibt es hier für jeden Geschmack das Passende. Auf dem Bild wird ein Oase Lunaqua 10 Scheinwerfer gezeigt. Diese können je nach Leistungsstärke innerhalb und ausserhalb vom Wasser eingebaut werden. Gerne beraten wir Sie hierzu ausführlich.


Beim Strom sollten Sie auf Sicherheit und Funktionalität setzen! Die beim Teich installierte Technik muss unbedingt sicher und wettergeschützt angeschlossen werden. Einfache Mehrfach- oder Feuchtraumsteckdosen sind hier viel zu gefährlich. Damit können Sie schnell eine nasse Wiese komplett mit 220 Volt unter Strom setzen.
Wir bieten hier von Oase unterschiedliche Stromverteilerkisten (InScenio) an. Optional sogar mit über Funk bedienbaren Steckdosen. So können Sie aus der Ferne einzelne Komponenten ausschalten oder gar in der Leistung regeln. Für die Inscenio - Modelle gibt es wie auf dem Bid gezeigte Abdeckfelsen. Auch für einige Filter sind diese erhältlich. So lässt sich die Technik schön im Umfeld verstecken.

Um einen sauberen, begehbaren Abschluss zwischen Rasen und Kapillarsperre (Teichrand) zu schaffen, werden um den Teich flache Bruchsteine oder Gehwegplatten eingelassen. Diese legt man zunächst auf den Rasen um passgenau den Aushub auzustechen. Bei sehr festem, stabilem Untergrund können die Platten auf eine dünne Schicht Sand gebettet werden. Die Rasenkante sorgt mit dem Wurzelwerk, dass die Platten später nicht verrutschen. Ansonsten bettet man die Steine oder Platten in Zement ein. Bitte achten Sie hier darauf, Spezialzement zu verwenden, der sich nicht mit der Zeit auswäscht. Hiervon gehen sonst die Pumpen und ggf. auch die Fische kaputt.

Sind die Platten am Rand fertig verlegt, füllen Sie die Kapillarsperre bis zur Kannte mit Kies auf. Hier und da wird noch zum Auflockern ein größerer Stein eingebracht. Testen Sie beim Bachlauf, wie das Wasser in den Teich hinunter läuft. Hier lässt sich mit Steinen der Wasserlauf und Eintrittswinkel nach Bedarf anpassen.
Die ersten Tage ist das Wasser meist noch Trüb. Hier hilft aber die Filteranlage und schafft Abhilfe. Jetzt ist es auch an der Zeit einige Wasserpflegemittel zuzugeben und einen Wassertest durchzuführen. Erst wenn im Wasser alles stimmt, dürfen die ersten Fische in den Teich. Hierzu geben wir Ihnen gerne ausführlich Info.

Ist der neue Teich erst einmal klar, erfreut man sich an dem neuen Blickfang im Garten und wird für die viele Mühe belohnt. Jetzt ist es auch an der Zeit über Fische nachzudenken.

Die neuen Fische werden an die Wassertemperatur gewöhnt

Nachdem das Teichwasser getestet und ggf. durch Zusätze fischgerecht gemacht wurde, werden die ersten Fische eingesetzt. Dazu lässt man den Beutel eine halbe Stunde auf dem Wasser schwimmen. So kann sich die Temperatur im Beutel an die Teichtemperatur anpassen. Anschließend öffnet man die Tüte und lässt langsam Wasser hinein. Die Fische können dann aus dem Beutel heraus gelassen werden.

Fertig ist der neue Teich...

Quelle Bildmaterial: Oase GmbH
Text: Fish and More

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