Wundbehandlung bei größeren Zierfischen

Unter dem Begriff Wundbehandlung versteht man die Pflege der Wunde. Dabei versucht man die Ursache der Wunde zu beseitigen und eine erneute Infektion zu verhindern.

Vorab ist zu sagen das solche Behandlungen nur von Profis durchgeführt werden sollten da man ansonsten dem Tier Schaden zufügen könnte bis hin zum Tod durch falsche Behandlung oder Betäubung!!!

Für eine gute Wundversorgung benötigt man folgende Produkte: Betäubungsflüssigkeit, Wattestäbchen, ein Desinfektionsmittel (70 %-igen Alkohol oder Wasserstoffperoxyd), Pflasterstoffe (Jod, Billion liquid, Ulcer Swab, Wundcreme, Propolis, Honig), zwei Handtücher und zwei Plastiktüten, sterile Handschuhe (oder Plastikhandschuhe) oder desinfizierende Seife.

Eine gute Wundbehandlung wird in nachstehender Reihenfolge durchgeführt:

- Stellen Sie alles bereit, was Sie brauchen. Dies vermindert Stress während der Behandlung. Bereiten Sie das Betäubungsbad so zu, wie es auf der Gebrauchsanweisung steht, und lassen Sie das Bad 20 Minuten ziehen. Hierdurch wird die Behandlung vereinfacht. Die Betäubung funktioniert besser, wenn der Fisch erst nach 20 Minuten in das Bad gesetzt wird.

- Machen Sie beide Handtücher naß und legen Sie sie neben das Betäubungsbad. Falten Sie ein Handtuch doppelt und legen Sie eine Plastiktüte drauf. Durch die Plastiktüe wird die Schleimhaut des Fisches besser geschützt.

- Jetzt fangen Sie vorsichtig den Fisch ohne ihn dabei zu verletzen. Achten Sie bitte darauf das dies sehr ruhig passiert (manche Fische, insbesondere Koi können sehr streßempfindlich reagieren). Danach wird der Fisch mit einem Umsetzkescher oder einer Plastiktüte in das Betäubungsbad gesetzt.
Von diesem Moment an muss jemand in der Nähe des Fisches bleiben. Das Tier könnte nämlich aus dem bad springen oder vielleicht allergisch reagieren (dies kommt seltener vor). Die Person achtet auf Bewegungen des Fisches und besonders auf die Haltung. Auch die Kiemenbewegung muss man sorgfältig beobachten, sie sollte mindestens einmal pro Minute gesehen werden.

- Jetzt ziehen Sie die sterilen Handschuhe (oder Plastikhandschuhe) an. Die Handschuhe schützen Sie vor den bakterien, die in der Wund des Fisches vorkommen und eine Gefahr für den Menschen sein könnten. Oft ist die Schleimhaut eines kranken Fisches schlecht. Mit Handschuhen fügt man der Schleimhaut des Tieres weniger Schaden zu, als wenn man den Fisch mit den Händen berührt. Wenn man den Patient doch mit den Händen berühren muss, sollte man sie vorher mit Desinfektionsseife desinfizieren.

- Ist der Fisch betäubt, fängt er an zu schwanken. Man kann das Tier leicht auf die Seite drücken. Wenn er sich wieder aufrichtet, ist er noch nicht richtig betäubt. Ist die Betäubung erfolgreich verlaufen, kann der Fisch auf die feuchte Plastiktüte gelegt werden. Unter der Plastiktüte sollte ein Handtuch liegen. Auf den Fisch wird dann die zweite, feuchte Plastiktüte gelegt und darauf vorsichtig das andere Handtuch. Ein Fisch bleibt im dunklen ruhiger, daher sollte er erst einmal ganz abgedeckt werden. Wer dies allerdings gut beherrscht kann darauf verzichten.

- Jetzt legen Sie das Wundgebiet frei. Nehmen Sie die Desinfektionsflüssigkeit und tauchen Sie mehrere Wattestäbchen hinein. Dann nehmen Sie ein Wattestäbchen und reiben die Desinfektionslösung stark in das Wundgebiet ein. Erkrankte Schuppen werden entfernt. Auch muss man die Schuppen am Wundrand gut säubern, wenn möglich auch vorsichtig unter den betreffenden Schuppen. Achten Sie darauf, dass Sie nicht streicheln, sondern mit dem Wattestäbchen schrubben. Wenn man sieht das weniger Dreck unter den Schuppen hervorkommt, kann man von einer guten Wundversorgung sprechen. Benutzen Sie niemals eine Seite eines Wattestäbchens doppelt. Hierdurch könnten ansonsten neue Bakterien in die Wunde gelangen.
Spülen Sie die Wunde auch nicht mit Aquarien- bzw. Teichwasser oder "Narkosewasser". Damit bringen Sie neue Bakterien in die Wunde. Reiben Sie jetzt die Wunde mit dem Finger oder einem desinfizierenden Wattestäbchen sauber.

- Geben Sie jetzt auf die Wunde den Pflasterstoff. Sorgen Sie dafür, dass auch der Bereich um die Wunde herum eingepflastert wird. Hierdurch wird die Randzone besser geschützt. Warten Sie noch ein paar Sekunden, weil dann das Pflaster (Propolis o.ä.) besser haftet. Jetzt setzen Sie den Fisch zurück in den Teich oder Aquarium. Behalten Sie das Tier aber noch eine Weile im Auge, das Tier muss sich von der Betäubung erholen.
Achten Sie dabei wieder auf die Kiemenbewegung. Wenn der Fisch zu wenig oder sehr schwache Kiemenbewegung hat, kann man den Fisch in die Wasserströmung halten oder ihn vorsichtig im Wasser vor und zurück bewegen damit Wasser die Kiemen durchströmt und der Fisch somit Sauerstoff erhält.

Noch einige Tipps:

- Setzen Sie niemals mehrere Fische in ein Betäubungsbad. Jeder Fisch reagiert anders auf die Betäubung. Im Augen- und Kiemenbereich muss man vorsichtig mit Desinfektionsmitteln sein, da das Gewebe dort sehr empfindlich ist!
- Bei größeren Verletzungen ist es ratsam diese Behandlung von einem entsprechenden Fisch-Arzt durchführen zu lassen da evtl. zusätzlich Antibiotika verabreicht werden muss.

Bei Fish and More werden z.B. bei Kois und anderen größeren Fischen diese Behandlungen selbst durchgeführt. Entsprechende Kenntnisse hierfür liegen vor. Dort arbeitet man zusätzlich mit dem Koidoktor Rob Heijmans zusammen. In Schulungen und Seminaren wie z.B. dem "Fish and More Koiseminar" aus dem Jahr 2005 werden diese Kenntnisse gefestigt und ausgebaut. Diese sind auch für Besucher zugänglich.

Ideen, Fragen & Anregungen

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